Finest Spirits 2018

Finest Spirits 2018

Seit nunmehr 13 Jahren findet jährlich die Finest Spirits in München im MVG Museum statt. Und dieses Jahr waren wir zum ersten Mal dabei. Nicolas hatte leider keine Zeit, dafür begleitete mich allerdings Michael, der für diesen Bericht einige Fotos beisteuern konnte. Die Finest Spirits 2018 (siehe unsere Ankündigung) stand vor allem im Zeichen des „Bourbon“.

So waren u.a. Campari Deutschland mit ihrer Marke „Wild Turkey“, Beam Suntory mit der Marke „Maker’s Mark“ und Diageo mit dem „Bulleit Bourbon“ vor Ort vertreten. Verschiedene Barkeeper bekannter Münchner Bars präsentierten ihre eigens für diese Messe kreirten Bourbon Signature Drinks. Diese hörten dann auf solche ausgefallenen Namen wie „Bergamot Bandit“ oder „Neo Tokyo“. Im Rahmen der Pressetour wurde mir der Drink „Hell’s Bells“ serviert. Doch dazu später mehr.

26.01.2018, 13:31 Uhr. MVG Museum in München. Nach einem netten Gespräch mit den Damen des Presseteams erhielt ich meinen Presseausweis und gesellte mich zu den bereits wartenden Kollegen verschiedener Berichterstatter (Blogs, Zeitungen, Fernsehen). Pünktlich 14 Uhr empfing uns Frank-Michael Böer, der Veranstalter der Finest Spirits, im Vorraum der Messe. Er stellte uns das diesjährige Thema „Bourbon“ vor und gab uns Hintergrundinformationen zur Messe sowie zu den Punkten, die sich seit der letztjährigen Messe verändert haben. Frank wies darauf hin, dass Maggie Miller, die Grande Dame der deutschen Whiskyszene ihren Job an den Nagel hängt und am 27.01.2018 ihr letztes Tasting auf der Messe leiten würde.

Am Stand von Campari Deutschland. Hier war der erste Stop der Pressetour.

Der erste Stop unseres Presserundgangs führte uns an den Stand von Campari, die in Deutschland die Marken Glenfiddich und Balvenie vertreten. Auf der Finest Spirits wurde der neue „Glenfiddich Winter Storm 21yo“ vorgestellt. Dieser Single Malt wurde in mit weißer Folie beklebten Flasche abgefüllt. Unsere Eindrücke zu diesem Whisky findet ihr demnächst in unserem Bericht über die Glenfiddich Masterclass auf der Finest Spirits 2018. Markus Heinze, deutscher Brand Ambassador der Marken Glenfiddich und Balvenie, stellte uns den Balvenie 14yo Caribbean Cask vor, welcher 8-9 Monate in ursprünglich mit Rum gefüllten amerikanischen Eichenfässern „gefinisht“ wurde. Auf die Vorstellung folgte die Probe. Neben seiner Malzigkeit war natürlich der Rum stark im Vordergrund. Süße und Würzigkeit sowie etwas Eiche waren erkennbar.

Tino Lambrecht, Frank Böer

Am Stand des Bremer Spirituosen Kontors wartete Tino Lambrecht auf uns. Als Brand Development Manager des Kontors und seit 2016 Mitglied der Keeper of the Quaich (Anm. d. R: Vereinigung zur Repräsentation des schottischen Lebenswassers) stellte er das Bremer Spirituosen Kontor und sein Portfolio vor. Vor allem die irische Marke „Writers Tears“ blieb im Fokus. Dieser wurde zu Ehren der vielen bekannten und weniger bekannten irischen Schriftsteller und Poeten abgefüllt. Einem alten Sprichwort nach fließen bei irischen Schriftstellern und Poeten Tränen gemacht aus Whiskey. Der „Writers Tears – Copper Pot“ wurde aus irischem Pot Still Whiskey und Single Malt kreirt. Im Glas entwickeln sich milde malzige Aromen mit Anklang von Butterscotch, Aprikose und würzigem Holz.

Jens Rosenberg und Daniel Schöll begrüßten uns am Stand von Beam Suntory, die vor allem für den Bourbon „Makers Mark“ bekannt sind. Sie stellten u.a. die aktuellen Produkte „Auchentoshan Bartenders Malt“, „Highland Park The Dark“ und „Makers Mark 46“ vor. Geschmacklich durften wir den Makes Mark 46 in Augenschein nehmen. Dieser wurde von Rob Samuels entwickelt. Nach vielen Probeversuchen mit verschiedenen „Holzfässern“ entschied sich Samuels gemeinsam mit dem Master Distiller Kevin Smith bei dem 46. Versuch für eine französische Eiche. Dieser war auch namensgebend für den Bourbon. Neun Wochen lang lagerte der Whiskey in den Fässern, damit dieser das besondere Aroma erreicht hatte. Am Gaumen spürt man vor allem eine ausgewogene Mischung aus Getreidewürze und Vanille.

Bar Mixing bei Goldberg & Sons
Philipp Diedge am Stand von Goldberg & Sons

Während uns am Stand des Premium Fillers „Goldberg & Sons“ erfrischende Gin Tonics gemixt wurden, erzählte Philipp Diedge etwas über die verschiedenen Mixers wie Ginger Ale und das neue Japanese Yuzu Tonic. Dieses wird auf Basis der japanischen Yuzu-Frucht produziert. Geschmacklich macht es sich vor allem in der Süße der Frucht bemerkbar. So habe ich im Gin Tonic eine fruchtige Süße im Stil von Mandarinen wahrgenommen. In Kombination mit dem Silvios Gin (ältester Gin Hollands) entstand so ein wohltuender Gin Tonic mit leichter Bitternote.

Penderyn Icons of Wales

Am Stand des Vertriebs Schlumberger wurden wir von dem Sales Director Andrea Caminecci empfangen, der bereits seit vielen Jahren nicht mehr aus der Whisky-Welt wegzudenken ist. Dieser stellte uns den Whisky „Icons of Wales“ der walisischen Marke Penderyn vor. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, hat die Flasche ein sehr auffälliges Marketingkonzept genossen. Trotzdem sind wie in der Liebe auch hier die inneren Werte durchaus interessanter und wichtiger. Der 6-7 Jahre alte Whisky hat 41 Volumenprozent und wurde in Bourbonfässern gelagert. 2017 wurde er von Jim Murray als „Bester Europäischer Whisky“ ausgezeichnet. Ich fand den Whisky aus Wales, der gerne als „Apfelkuchen“ beschrieben wird, sehr interessant. Ich selbst würde ihn als rauchigen Apfelkuchen beschreiben.

 

Richi Link

Die Pressetour endete kurz vor 16 Uhr an der berühmten Signature Bar der Finest Spirits. Die Münchner Barkeeper John Hofmann („Zum Wolf“) und Richi Link („Wasserwerk“) mixten für uns ihre eigens für die Messe kreierten Signature Drinks „Honky Tonk Girl“ und „Hell’s Bells“. Ich entschied mich für den „Hell’s Bells“, weil Richi Link mit seinem Schokoladennebel einfach eine geile Show zum Cocktail lieferte (siehe Foto). Die Basis für diesen Drink war der aus Kentucky stammende Bourbon „Knob Creek“. Benannt nach u.a. einem kleinen Fluss nahe der Destillerie, kommt dieser mit stattlichen 50 Volumenprozent daher und bietet eine leckere Aromenkombination von süßem Vanille-Karamell und der Würze von Roggen.

 

Florian und Sepp Fischer mit dem kreatör jin bei Mackmyra

Am Stand von Mackmyra, der schwedischen Whiskymarke, kam ich mit den Brand Ambassadoren Sepp Fischer und Jens Fezer ins Gespräch. Seit 1999 ist diese Whiskydestillerie bereits auf dem Markt und präsentiert seitdem eine Vielzahl an unterschiedlichen Single Malts. Hier lies ich mir den SKÖRDETID schmecken. Ein schwedischer Single Malt mit ca. 46 Volumenprozent, der u.a. in italienischen Masi Costasera Amarone-Fässern gelagert wurde. In meinem Mund zeigte sich eine große Bandbreite an pikanten, fruchtigen und milden weinigen Tönen. Anis, Birne, Karamell und Vanille waren sehr gut herauszuschmecken. Ein sehr leckerer Whisky. Erneut zeigt Mackmyra, dass guter Single Malt nicht nur aus Schottland kommen muss. Sepp stellte mir zudem noch den ersten Gin von Mackmyra vor, der in der ursprünglichen Mackmyra Destillerie hergestellt wird: kreatör [jin].

Wenn das Destillat zum ersten Mal die Geschmacksknospen berührt, machen sich die 47,3 Volumenprozent sofort bemerkbar. Die Stärke verschwimmt allerdings sehr schnell und liefert einen intensiven Wacholder sowie Noten von Koriander, Himbeere und Zitrone. 16 Botanicals wurden zur Herstellung verwendet. Mackmyra bietet mit dem kreatör jin einen vielschichtigen und leckeren Whisky, dem sein hoher Alkoholgehalt zum Vorteil gereicht.

Anna mit Brokers Gin bei Schlummberger

Erneut am Stand des Spirituosenvertriebs Schlumberger ließ uns Brand Managerin Anna einen Grin probieren, der mehrmaliger internationaler Testsieger wurde: Brokers Premium London Dry Gin mit 47 Volumenprozenten. Die Flasche ist an der schwarzen Melone zu entdecken, welche als Deckel dient. Ein klassischer wacholderlastiger Gin mit Zitrusnoten. Auch hier sind die 47 Vol.-% nötig, damit das Aroma so intensiv zur Geltung kommen kann. In seiner Preisklasse (ca. 20 Euro) in unseren Augen ein wirklich guter Gin.

 

Team vom HEILAND Likör

Schon ein mal vom HEILAND gehört? Es handelt sich dabei um einen Doppelbockliquer aus Nandlstadt. Hierfür wurde ein Sirup aus dunklem Doppelbockbier hergestellt und mit Rum ist schließlich ein 23 prozentiger Likör entstanden, der mit seinen malzigen Tönen und karamellisierten Früchten ein eigenes Aroma bietet. Ein intensiver aromatischer Geschmack, der sich sicher auch gut zum Mischen für Cocktails und Longdrinks eignet. Gerade auch für die Damenwelt eine interessante Entdeckung.

Tonka Gin heißt das Hamburger Edeldestillat, welches mit der Tonkabone verfeinert wurde. Auch dieser Gin wird mit stolzen 47 Volumenprozenten verkauft. Hier waren wir sehr gespannt, was uns – gerade auch in Anbetracht der 23 verwendeten Botanicals – auf der geschmacklichen Seite erwarten würde. Klarer Wacholder geht über in drei verschiedene pfeffrige Phasen, um mit vanilligen Tönen (Tonkabone) auszuklingen. Sehr lecker.

Der Stand von WOODYS

Mit Woodys war für uns ein weiteres Highlight auf der Messe vertreten. Der unabhängige Abfüller verarbeitet Holz aus Whiskyfässern zu Schreibgeräten, Manschettenknöpfen und anderen tollen Accessoires und Utensilien. Passend dazu wird, wenn möglich, eine Abfüllung des Whiskys aus dem jeweiligen Fass verkauft.

 

Am Stand von Perola Fine Spirits konnten wir uns einen Eindruck des Brockmans Intensly Smooth Premium Gin holen. Hier stehen die Hauptbotanicals Blaubeere und Brombeere intensiv im Vordergrund. Der Wacholder im Hintergrund lässt beim Genuss aber nicht vergessen, dass es sich immer noch um einen Gin handelt.

 

Isabell von der THE DUKE Destillerie

Die Gin Marke THE DUKE aus München hatte ebenfalls zwei neue Produkte im Gepäck. Den Duke Rough und den Duke Wanderlust. Während der Rough ein ehrlicher klassischer Gin mit nur 5 Botanicals ist und man ihn aufgrund seiner Stärke sehr gut für Gin Tonics als Basis verwenden kann, hat es uns der Wanderlust als purer Genuss angetan. Trotz der 47 Vol.-% ist er nach kurzem erstem Gruß des Alkohols sehr blumig süß. Dennoch gestaltet er sich aufgrund seines markanten Aromas  bei der Wahl des richtigen Tonics nicht so einfach für einen Gin Tonic.

Zum Ende unseres Besuches der Finest Spirits 2018 machten wir nochmals einen Abstecher an den Stand von Campari, um zum Abschluss den Balvenie Double Wood 17 yo zu probieren. Vielen Dank hier auch an Miriam von Campari für die netten Gespräche. Zum Balvenie Double Wood 12 yo merkt man ordentlich Unterschiede. Der 17 yo ist wesentlich intesiver im Geschmack, die süßlichen Aromen von Trockenfrüchten, cremigem Toffee und Zimt treten stark in den Vordergrund, im Hintergrund sind immer noch die beliebten Eichennoten des 12 yo vorhanden. Ein sehr komplexer und leckerer Single Malt, der perfekt als Abschluss des schönen Tages diente.

Unser Fazit zur Finest Spirits 2018? Viele interessante Gespräche, gute und überraschende Gaumenfreuden und leider viel zu wenig Zeit für die vielen Eindrücke. Um in den vollen Genuss der Finest Spirits zu kommen, empfehlen wir euch für 2019 und alle weiteren Jahre, die Messe an mindestens zwei Messetagen aufzusuchen. Und ja, wir legen euch diese tolle Messe wirklich ans Herz! Vielen Dank auch an Frank und sein Team für das unermüdliche Engagement!

Fotos: (c) Michael Plucik & Florian Lichtenstern

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