Unsere Hausbars #3: Fuxbau Gin

Unsere Hausbars #3: Fuxbau Gin

In dieser Serie wollen wir euch ausgewählte Spirituosen aus unseren „Homebars“ bzw. Sammlungen vorstellen. Von altbewährten Klassikern bis Neuzugängen, von Gin bis Whisky (und Whiskey) und von unseren persönlichen Eindrücken bis Serviervorschlägen wird hier alles vertreten sein.  Mittlerweile ist dabei einiges zusammen gekommen und dadurch, dass wir den Blog zu zweit betreiben, wird es auch nicht gerade weniger. Ihr dürft euch also auf eine Konstante in unserem Blog freuen, die hoffentlich irgendwann so umfangreich ist, dass sie zum wiederkehren und stöbern auf der Suche nach Empfehlungen einlädt. Und außerdem würden wir es begrüßen, wenn ihr eure Meinung in den Kommentaren mit uns teilt.

Heute geht es um den Fuxbau Gin aus der Bar von Nicolas.

„In einer der wahrscheinlich kleinsten Destillerien der Welt entsteht ein einzigartiges Ginerlebnis“. Mit diesen großen Worten empfangen mich Roman & Andi auf ihrer Website. Im Logo der Fuchs mit dem Firmennamen Fuxbau Gin Manufaktur, knalliges Orange auf blauem Grund umrankt von stilisierten Zirbelzweigen und Vogelbeeren. Im selben Design kommt auch die Flasche daher. Ein schickes Gesamtpaket mit perfektem Kontrastverhältnis ohne aufdringlich zu sein – genauso wie der Gin selber, aber dazu später mehr. Zu diesem Zeitpunkt, als mich „der Fux“, wie der Fuxbau Gin liebe voll genannt wird, das erste mal frech von der Website angrinst, sitze ich im Auto auf dem Rückweg von Salzburg. Und die Flasche habe ich bereits im Kofferraum. Während einem Kurzurlaub im Herbst verschlug mich die Suche nach einem österreichischen Gin ins Delikatessengeschäft der Familie Azwanger in der Getreidegasse. Ich empfehle jedem, auf einem Stadtbummel durch Salzburg unbedingt auch dort vorbei zu schauen. Zwischen alten Regalen und tollem Ambiente entschied ich mich bei erstklassiger Beratung inklusive Verkostung für den Fuxbau Gin. Von Salzburg springen wir also gedanklich weiter ins 230km entferne St. Magdalena am Lemberg in die Steiermark, wo sie steht, die „wahrscheinliche kleinste Destillerie der Welt“. Eine Idee, zwei Freunde, 20 Liter Brennblase auf 25qm und sehr geringe Produktionsmengen – die Zahlen sprechen zumindest dafür.

Fuxbau Gin aus Österreich

Aber was ist mit dem Geschmack?

Spricht auch dafür!

Wenn ich die Gelegenheit habe, probiere ich bei einem neuen Gin gerne erstmal ein Schlückchen pur (ausgenommen Navy Strength oder andere Gins über 50% vol., die man wie Whisky mit ein paar Tropfen stillem Wasser verdünnen kann). Beim „Fux“ steigt einem vor dem Trinken erstmal ein homogenes „Wald- und Wiesenaroma“ in die Nase mit spät einsetzender Schärfe. Damit meine ich keine Beliebigkeit im Geruch, im Gegenteil die Vielschichtigkeit der Botanicals kommt schon beim Nosing heraus. Die Aromen bewegen sich aber alle in einem abgrenzbaren Bereich ohne Ausreißer oder ungewollte Schlenker. Beim Geschmack geht es weiter mit der leckeren Kräuter-, Gewürz- und Fruchtmischung, wovon einige stärker, einige weniger stark auftreten. Neben den üblichen Verdächtigen wie Wacholder oder Jasmin, die auch in einigen anderen Gins zu finden sind, bekommt der Fuxbau sein besonderes Aroma durch drei Botanicals: Fichte, Zirbe & Vogelbeeren. Daher der erste Eindruck mitten im Wald zu sitzen.

Wenn man die letzten Tropfen vom Glasrand leckt, ist sogar etwas Süßes dabei. Insgesamt ein toller, vielseitiger Gin, bei dem die Aromen im Wechsel auftreten und in eine vollkommen andere Richtung gehen, als ich es bisher kannte. Einziger Kritikpunkt: Der Geschmack verfliegt im Abgang zu schnell und hinterlässt nur ein wohlig, warmes Gefühl. Hier hätte ich mir noch eher ein bleibendes Erlebnis gewünscht.

Der „Fux“ mit Tonic

Neben dem perfekten Gin sind wir auch immer auf der Suche nach dem perfekten Tonic Water. Besonders bei einem Gin, wie dem Fuxbau ist die Wahl des richtigen Tonics extrem wichtig. Probiert habe ich den Fux mit dem Gents Swiss Roots Tonic, welches weniger süß ist als viele Mitbewerber und im G&T nur wenig Eigengeschmack bei angenehm herber Bitterkeit hat. Damit kann der Gin seine volle Komplexiktät entfalten, ohne überdeckt zu werden. In Kürze werden wir dem Gents noch einen eigenen Beitrag widmen, der an dieser Stelle verlinkt wird.

 

Diesen tollen Tropfen bekommt ihr am Besten über den Shop des Herstellers.

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